Lohndumping ist eigentlich ein verharmlosendes Wort für den Begriff Ausbeutung. Letzteres Wort wird von Politikern allerdings eher ungern in den Mund genommen. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Prinzip des Lohndumpings von der Politik geschützt und gefördert wird. In der Politik nennt man Lohndumping nämlich nicht "Ausbeutung", sondern "Chance zur Wiedereingliederung" oder "Niedriglohnsparte".
Letzte Woche hätte ich fast meine Tastatur mit den halbverdauten Resten meiner Mittagsmahlzeit beschmutzt, die sich mit Schwung einen Weg zurück ans Tageslicht bahnen wollte, als ich folgenden Satz las:
Das Lohnabstandsgebot - dass Transferempfänger nicht mehr Geld erhalten sollen als berufstätige Bürger - sei dabei "eine Leitplanke in der Diskussion"
Der Satz stammt aus dem Ministerium unserer Lügenministerin Ursula von der Leyen (Aktuell: Die Schwedenmodell-Lüge) und mit Transferempfänger sind, wie sollte es anders sein, die ALG-II-Empfänger gemeint, die hier wieder einmal ungeschickt für etwas verantwortlich gemacht werden, was die Politik verbockt hat: den Niedriglohnsektor.
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