Ganz Frankreich trauert um Harold F. Biedermeyer, einen amerikanischen Soldaten, der seit 1944 standhaft an der Kanalküste Wache schob.
Biedermeyer war 1944 als einer der ersten Soldaten der alliierten Invasionsarmee an Land gestolpert, unglücklich gestürzt und dadurch bewusstlos geworden. Als er wieder zu sich kam, hatten seine Kameraden bereits etliche Kilometer ins Landesinnere zurückgelegt und der junge Private verspürte nicht die geringsten Ambitionen, mit nassen Füßen und durchgeweichtem Kampfanzug seiner Truppe nachzueilen. Als er am nächsten Tag aufbrechen wollte, eilten ihm französische Bürger entgegen, die ihn bejubelten und ihm Wein und Käse schenkten. Biedermeyer beschloss daraufhin, den freundlichen Franzosen Sicherheit zu bieten und den Strandabschnitt weiter zu bewachen, bis sein Kommando ihn ablösen würde.
Als sich bis 1965 noch immer nichts getan hatte, beschloss die französische Regierung, die von dem einsamen Soldaten Kenntnis erlangt hatte, zu intervenieren und schaltete den französischen Botschafter in Washington ein. Die Antwort der amerikanischen Regierung ließ nicht lange auf sich warten. Der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson telegrafierte persönlich:
"sind gerade in vietnam unterwegs +stop+ holen ihn danach ab +stop+ kann sich nur um tage handeln +stop"
Aus den Tagen wurden Jahre. Mehrfach noch intervenierte die französische Regierung und immer wieder kamen prompte Rückmeldungen, dass man derzeit anderweitig unterwegs sei, bspw auf den Falklandinseln, Somalia, Kuwait, Iran etc..., aber man würde Biedermeyer abholen, sobald etwas Zeit wäre. Biedermeyer selbst verweigerte jeden ihm angebotenen Flug ohne Marschbefehl. Er starb gestern an den Folgen eines Froschschenkels. Biedermeyer hinterlässt vier Exfrauen, 14 Kinder, 22 Enkel und eine selbstgebaute Latrine.




