An das
Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
11044 Berlin
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
nach den dilettantischen verbalen Ausfällen ihres derzeitigen Chefs des Bundeskanzleramts, möchte ich mich um dessen Arbeit bewerben. Ich beherrsche die hohe Kunst der Polemik, kann in Diskussionen völlig unpassende aber gut klingende Fremdwörter unterbringen und verfüge über ein paar kräftige Stimmbänder, mit denen ich ein Lautstärkeniveau bis hin zur Lärmbelästigung erreichen kann.
Desweiteren verfüge ich über ein weit gefächertes Repertoire verschiedenster Beleidigungen auf jedwedem intellektuellen Niveau.
Was politische und demokratische Belange angeht verfüge ich über ein Wissen, welches die Kenntnisse das aktuellen Amtsinhabers bei weitem übersteigen dürfte, höhere Ansprüche könnte ich gegebenenfalls simulieren.
Da der Chef des Bundeskanzleramts gleichzeitig auch Bundesminister für besondere Aufgaben ist, würde ich selbstverständlich auch diesen Posten mitsamt aller Aufgaben übernehmen.
Was für Vorteile brächte meine Einstellung ihnen?
Als parteiloser Chef des Kanzleramts könnte ich beispielsweise nicht nur jedes Mitglied der anderen Fraktionen ungezwungen beleidigen, wie es auch der aktuelle Amtsträger praktiziert, ich könnte sogar völlig ungeniert auch die Mitglieder ihrer eigenen Fraktion disziplinieren und beleidigen, ohne dass es ein schlechtes Bild auf sie werfen würde.
Da ich körperlich beeindruckend muskulös ausgestattet bin und über ein sehr einschüchterndes Auftreten verfüge, könnte ich im Amt des Bundesministers für besondere Aufgaben große Aufgaben meistern. So könnte ich zum Beispiel dem griechischen Finanzminister solange auf die Nase hauen, bis er uns die Akropolis als Pfand für unseren Beitrag zum europäischen Rettungsschirm überlässt. Da Griechenland ohnehin Insolvenz anmelden wird, könnten wir auf die Art wenigstens noch das ein oder andere Schnäppchen zu uns hinüber retten.
Stellen sie sich mal das großartige Bild der Akropolis direkt neben dem Brandenburger Tor vor! Der Tourismus würde boomen und Steuereinnahmen in ungeahnter Höhe bescheren.
Über ein persönliches Einstellungsgespräch würde ich mich freuen. Falls der derzeitige Amtsinhaber sich weigern sollte, seinen Platz zu räumen bin ich bereit, ihn als erste Amtshandlung selbst und eigenhändig vor die Tür zu setzen.
Da es in ihrem Umfeld sowieso keine qualifizierteren Kandidaten als mich gibt, bitte ich sie darum, mir möglichst schnell mitzuteilen, ab wann sie meine Anwesenheit im Bundeskanzleramt erwarten.
Mit freundlichen Grüßen,
Armin "Farlion" Meier