Was momentan in Politik und Medien in Bezug auf die rechtsradikale Szene abgeht ist so verlogen, so peinlich und so erschütternd, dass ich beim Konsum entsprechender Berichte nur noch mit dem Kopf auf die Tischplatte schlagen kann.
In der Politik wird es plötzlich hektisch. Ein „Abwehrzentrum gegen rechte Gewalt“ muss her, heißt es. Sonderkommissionen müssen gegründet werden fordern die einen, Polizei und Verfassungsschutz müssen enger zusammen arbeiten sagen die anderen. Die Vertreter der Vorratsdatenspeicherung kriechen wieder einmal aus ihren Löchern und versuchen die VDS als Allheilmittel – diesmal gegen Rechtsradikalismus – zu verkaufen und Schuldeingeständnisse oder Konsequenzen für eine völlig verfehlte Politik in den letzten 20 Jahren fehlen völlig.
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Samstag, 19. November 2011
Neonazis: Versagen von Politik und Medien
Donnerstag, 27. Oktober 2011
0zapftis - Das ZDF, die CDU und der Trojaner

Regierungskritik scheint beim ZDF unerwünscht
Schon zu Beginn der Berichterstattung fiel das ZDF durch eine extreme Seichtigkeit bei der Behandlung des Themas auf. Statt auf Grundrechte, Verfassung und Rechtssprechung einzugehen, beschäftigte das ZDF sich hauptsächlich damit, die Fehler in der Spähsoftware zum Ziel der Berichterstattung zu machen. Kritik oder Nachfragen bezüglich aktueller Gesetzeslage und Rechtssprechung fanden so gut wie nie den Weg in die Berichterstattung des Senders.
Auch die Anzahl der Berichte ist verschwindend gering im Vergleich zu den anderen Medieninstitutionen in Deutschland.
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Donnerstag, 6. Oktober 2011
Porca miseria Berlusconi
Wie die meisten ja bereits mitbekommen haben, hatte die italienische Sektion der Wikipedia ihre Inhalte temporär verlegt und grüßte die Besucher mit einer Seite, die auf ein geplantes Gesetz hinwies (Link zur deutschen Version des Textes), nach dem zukünftig Personen die Berichterstattung über sich selbst nach eigenem Ermessen hätten korrigieren können. Dieses Gesetz hätte allerdings nicht nur die Wikipedia, sondern auch Blogs, Online-News-Angebote und sogar Zeitungen betroffen.
Die inoffizielle Übersetzung:
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Die inoffizielle Übersetzung:
Der Gesetzestext „Regeln bezüglich Abhörmaßnahmen“, S. 24, § 29, Buchstabe a) hält (in inoffizieller Übersetzung) Folgendes fest:
„Auf Internetseiten sowie in Tageszeitungen und Zeitschriften, die auf elektronische Weise veröffentlicht werden, müssen innerhalb von 48 Stunden nach Antragseingang die Statements und Korrekturen an gleicher Stelle und in gleichbleibender Formatierung, ohne Veränderung des Zugangs zur Seite oder der Sichtbarkeit der Nachrichten, auf die sie sich beziehen, veröffentlicht werden.“
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Sonntag, 24. Oktober 2010
Jagt die Sau durchs Blogdorf - Großes Kino im Retro-Stil
Ich amüsiere mich gerade köstlich. Es ist wie ein 2005er Remake, in dem vermeintliche A-, B-, C-Blogger und Journalisten sich Grabenkämpfe um Ehre und die Bezeichnung "Blogger" lieferten.
Aktuell: Ein bloggender Journalist macht seinen Stress mit einem Verlegersohn öffentlich, einige Medien greifen es auf und es läuft alles - für Außenstehende wie mich sehr erheiternd - aus dem medialen Ruder.
Blogger aus der längst für tot erklärtem "A-Blogger-Kaste" finden durch mediale Nekromantie den Weg an die Oberfläche und stimmen die finsteren und selbstgerechten Gesänge längst vergangener Zeiten an "Journalisten sind keine Blogger, Blogger sind keine Journalisten". Mit beschwörenden Worten wird beteuert, dass man es nicht zuließe, dass ein Journalist "ganz Blogdorf" in den Dreck zieht und sonnt sich dabei in Selbstgerechtheit.
Und ich sitze hier mit Popcorn und Cola und warte darauf, dass weitere Heilige und Nekromanten der Blogosphäre das Schlachtfeld betreten, die heiligen und unheiligen Kriege um Wörter und Bezeichnungen beschwören und auf den großen Heilsbringer hoffen, der da kommt und eine universelle Wahrheit verkündet, die aber schon individuell passen sollte, wenn er nicht auch zur Sau werden will.
Großes Kino im Retro-Stil - Ich liebe es.
btw: Links gibt es von mir nicht dazu. Ich bin zu sehr Tierschützer, um mich an Treibjagden zu beteiligen.
Aktuell: Ein bloggender Journalist macht seinen Stress mit einem Verlegersohn öffentlich, einige Medien greifen es auf und es läuft alles - für Außenstehende wie mich sehr erheiternd - aus dem medialen Ruder.
Blogger aus der längst für tot erklärtem "A-Blogger-Kaste" finden durch mediale Nekromantie den Weg an die Oberfläche und stimmen die finsteren und selbstgerechten Gesänge längst vergangener Zeiten an "Journalisten sind keine Blogger, Blogger sind keine Journalisten". Mit beschwörenden Worten wird beteuert, dass man es nicht zuließe, dass ein Journalist "ganz Blogdorf" in den Dreck zieht und sonnt sich dabei in Selbstgerechtheit.
Und ich sitze hier mit Popcorn und Cola und warte darauf, dass weitere Heilige und Nekromanten der Blogosphäre das Schlachtfeld betreten, die heiligen und unheiligen Kriege um Wörter und Bezeichnungen beschwören und auf den großen Heilsbringer hoffen, der da kommt und eine universelle Wahrheit verkündet, die aber schon individuell passen sollte, wenn er nicht auch zur Sau werden will.
Großes Kino im Retro-Stil - Ich liebe es.
btw: Links gibt es von mir nicht dazu. Ich bin zu sehr Tierschützer, um mich an Treibjagden zu beteiligen.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Tatort Internet - Sinkende Quoten für den Lynchmob-Anheizer
Wie ich gestern bereits schrieb, boykottiere ich die Sender der RTL-Gruppe ja mittlerweile. Dementsprechend schaute ich mir auch gestern nicht "Tatort Internet" und verfolgte stattdessen die Live-Diskussionen darüber bei Twitter. Auch dort herrscht eine einhellige Meinung zum reißerischen und rechtsstaatlich fragwürdigen Format der Sendung vor: PR um jeden Preis.
Auch in den Medien erntet die RTL2-Sendung heute wieder gewohnt schlechte Kritiken. Glücklicherweise wird der Sender mittlerweile mit sinkenden Einschaltquoten abgestraft, wie DWDL berichtet: ABWÄRTS: Trotz Riesen-PR: "Tatort Internet" fällt ins Mittelmaß.
Wie ich in meinem Artikel, kurz nach Ausstrahlung der ersten Sendung schon vermutete, sind mittlerweile auch die ersten Negativfolgen eingetreten. Bereits seit Tagen diskutiert die Presse über den Fall eines verdächtigen Heimleiters, der weder von der Produktionsfirma noch von RTL2 an die Behörden oder seinen Arbeitgeber gemeldet wurde. Dieser Mann ist seit mehreren Tagen spurlos verschwunden. Die Spekulationen gehen von "untergetaucht" bis zum möglichen Selbstmord. Sollte letzteres der Fall sein, hätte RTL2 damit amerikanische Verhältnisse erreicht. Dort nahm sich ein Verdächtiger das Leben, nachdem er in der Sendung "How to catch a predator" gezeigt wurde.
Einen lesenswerten Kommentar zur Sendung findet man in der Frankfurter Rundschau: Kommentar zu RTL2-Sendung: Tatort Telepranger.
Wie recht der Autor hat, zeigt sich ironischerweise ebenfalls in der FR. Unter dem Artikel RTL2-Sendung "Tatort Internet": Fragwürdige Lockvögel finden sich zahlreiche Kommentare der typischen RTL2- und BILD-Zielgruppe wie
oder
Die Tatsache, dass die bloßgestellten, mutmaßlichen Täter weder mit rechtsstaatlichen Mitteln ermittelt, noch überführt wurde, ist diesen intellektuell benachteiligten Lynchmobbefürworten ebenso egal, wie der Fakt, dass die Sendung bis heute keinerlei Transparenz bezüglich der Chatinhalte an den Tag legt. Im Gegenteil, die gezielte intransparenz über die Vorgehensweise der Sendung lässt sogar darauf schließen, dass die mutmaßlichen Täter "angeheizt" wurden und von sich aus eventuell gar nicht aktiv geworden wären.
Was für Blüten so eine Art der Aufklärung treiben kann, zeigt sich ebenfalls in einem der Kommentare in der FR:
Und diese Art von Lynchaufrufen wird durch Stephanie zu Guttenberg geadelt. Herzlichen Glückwunsch.
Ein erschütterndes Chatprotokoll von letzter Nacht in völler Länge findet sich übrigens bei F!XMBR. ein Muss für alle Kritiker der Sendung.
Auch in den Medien erntet die RTL2-Sendung heute wieder gewohnt schlechte Kritiken. Glücklicherweise wird der Sender mittlerweile mit sinkenden Einschaltquoten abgestraft, wie DWDL berichtet: ABWÄRTS: Trotz Riesen-PR: "Tatort Internet" fällt ins Mittelmaß.
Wie ich in meinem Artikel, kurz nach Ausstrahlung der ersten Sendung schon vermutete, sind mittlerweile auch die ersten Negativfolgen eingetreten. Bereits seit Tagen diskutiert die Presse über den Fall eines verdächtigen Heimleiters, der weder von der Produktionsfirma noch von RTL2 an die Behörden oder seinen Arbeitgeber gemeldet wurde. Dieser Mann ist seit mehreren Tagen spurlos verschwunden. Die Spekulationen gehen von "untergetaucht" bis zum möglichen Selbstmord. Sollte letzteres der Fall sein, hätte RTL2 damit amerikanische Verhältnisse erreicht. Dort nahm sich ein Verdächtiger das Leben, nachdem er in der Sendung "How to catch a predator" gezeigt wurde.
Einen lesenswerten Kommentar zur Sendung findet man in der Frankfurter Rundschau: Kommentar zu RTL2-Sendung: Tatort Telepranger.
Wie recht der Autor hat, zeigt sich ironischerweise ebenfalls in der FR. Unter dem Artikel RTL2-Sendung "Tatort Internet": Fragwürdige Lockvögel finden sich zahlreiche Kommentare der typischen RTL2- und BILD-Zielgruppe wie
Jeder Schwachmat, jeder Idiot und jedes Monster das enttarnt wird, verdient es von der Gesellschaft ausgestoßen und verachtet zu werden und mir persönlich ist dabei völlig egal wie das geschieht.
oder
Macht bitte weiter mit der Sendung. und zum thema Rechte...meiner meinung nach haben diese skrupellosen schweine kein Recht verdient, denn sie vergreifen sich an den schwächsten. Ich würde diese tiere ein leben lang wegsperren...genauso wie die opfer ein leben lang leiden..
Die Tatsache, dass die bloßgestellten, mutmaßlichen Täter weder mit rechtsstaatlichen Mitteln ermittelt, noch überführt wurde, ist diesen intellektuell benachteiligten Lynchmobbefürworten ebenso egal, wie der Fakt, dass die Sendung bis heute keinerlei Transparenz bezüglich der Chatinhalte an den Tag legt. Im Gegenteil, die gezielte intransparenz über die Vorgehensweise der Sendung lässt sogar darauf schließen, dass die mutmaßlichen Täter "angeheizt" wurden und von sich aus eventuell gar nicht aktiv geworden wären.
Was für Blüten so eine Art der Aufklärung treiben kann, zeigt sich ebenfalls in einem der Kommentare in der FR:
Für diese abartigen Schweine gibt es nur eins: Sonder Schnellgerichte und anschließend öffentlich erschlagen. Das ist die wahre Humanität solche Monster aus der Gesellschaft auszumerzen zum Schutz unserer Kinder.
Und diese Art von Lynchaufrufen wird durch Stephanie zu Guttenberg geadelt. Herzlichen Glückwunsch.
Ein erschütterndes Chatprotokoll von letzter Nacht in völler Länge findet sich übrigens bei F!XMBR. ein Muss für alle Kritiker der Sendung.
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