Ich muss mich hier mal outen: ich habe fast von Beginn an World of Warcraft gespielt, das wahrscheinlich größte MMO der Welt. Vor kurzem entschloss ich mich jedoch dazu, meinen Account zu deaktivieren. Die Gründe dafür waren vielseitig. Zum einen hat sich das Spiel zu einer Gelddruckmaschine für das Unternehmen entwickelt (selbst Namensänderungen oder Serverwechsel schlagen mit 8,00 - 20,00€ pro Spielfigur zu Buche!). Auf der anderen Seite werden permanent neue, teilweise überflüssige Features entwickelt, während gravierende Fehler selbst nach Jahren nicht behoben wurden.
Mittwoch, 7. Juli 2010
World of Warcraft: Activision Blizzard wird zur Datenschleuder
Der dritte Grund war der mangelhafte Support. Ein Beispiel:
Nach dem Aufspielen eines Patches hatten wiederholt zahlreiche Spieler verschiedenster Server zur gleichen Zeit einen Disconnect. Obwohl die Spieler verschiedenste Internetzugangsanbieter hatten und teilweise sogar aus verschiedenen deutschsprachigen EU-Ländern hatten, bekam man von den Gamemastern nur ein Standardmakro mit dem Hinweis, man solle doch mal die Internetverbindung testen, die Schuld würde beim Spieler bzw. seinem Provider liegen.
Und so wurde bei nahezu jedem Fehler im Spiel verfahren: Schuld war zunächst immer der Spieler, eigene Fehler wurden in der Regel erst zugegeben, wenn der Unmut in den Foren zu laut wurde.
Und dann war da noch das nette Spionagetool "Warden", welches von Blizzard in WoW eingesetzt wird, um den Rechner nach verdächtigen Programmen (Cheatprogramme, Botprogamme) abzusuchen. Aus diesem Grund lief WoW bei mir auch nur auf einem gesonderten Spielerechner.
Das Fass zum Überlaufen brachte allerdings jetzt die Einführung der sogenannten "Real-ID", bei der man Ingame-Freunden seinen Accountnamen*(!) geben konnte und diese dann nicht nur sämtliche Spielfiguren des anderen Spielers, sondern auch seinen vollen realen Namen und die seiner Freunde, die ihm ebenfalls den Accountnamen* gegeben haben, sehen könnte. Das war mir dann etwas zu viel an Datenschleuderei. Daran konnte auch Blizzards hartnäckige Beteuerung nichts ändern, die Nutzung des Real-ID sei ja freiwillig und man müsse sie ja nicht freischalten.
Aufgrund verschiedener Versprechungen des Unternehmens in der Vergangenheit, die alle gekippt wurden, ahnte ich allerdings bereits, dass dieser Umstand mit Sicherheit nicht so bleiben würde und dass mit der Real-ID mit Sicherheit noch etwas angestellt würde.
Aus diesem Grund deaktivierte ich auch meinen Account.
Man könnte es Intuition nennen, oder einfach nur logische Kombination, aber jetzt ist die Katze aus dem Sack und Blizzard kündigt an, jetzt die realen Namen (Vor- und Zuname) in den Blizzard eigenen Foren anzeigen zu lassen. Eine Option, das zu unterbinden gibt es nicht, es sei denn, man postet dort einfach nicht mehr. Wer allerdings die Foren nicht nutzen will, verzichtet auch auf den Support, denn der läuft zu 90% - wie sollte es anders sein - über die Foren ab.
Die Reaktionen auf die Ankündigung im entsprechenden Blizzard-Forum sind entsprechend heftig und ungewohnt zahlreich. Von gestern bis zum Zeitpunkt dieses Beitrags umfasst der Thread 282 Seiten (bei 20 Posts pro Seite!). Dabei lehnt der Großteil der Poster die Datenschleuderei über das Forum ab.
Blizzard-Mitarbeiter geben zwar innerhalb des Threads von Zeit zu Zeit einen Beitrag ab, diese Beiträge gehen allerdings nicht auf die größten Befürchtungen der Spieler ein (z.B. Personalchefs, die Suchmaschinen nutzen etc.), sondern bekräftigen nur, dass die Mitarbeiter von Blizzard ja alle so begeistert von dem System wären und voll dahinter ständen.
Letztlich wird allerdings der Aufschrei der Spieler verhallen. Einige vernünftige werden ihr Vorhaben durchziehen und den Account deaktivieren. Der Großteil jedoch wird wahrscheinlich wieder alles in Kauf nehmen, worauf Blizzard auch mit Sicherheit spekuliert.
Ich werde diese Sache jedenfalls aufmerksam verfolgen und von Zeit zu Zeit darüber berichten.
*Bezüglich des Accountnamens:
Blizzard verweist seit Jahren in Tooltipps und Ladebildschirmtexten darauf, dass man aus Sicherheitsgründen NIEMALS Accountnamen oder Passwort preisgeben soll. Das Witzige dabei: Dieser Tipp erscheint noch immer an zahlreichen Stellen im Spiel.
Nachtrag:
Wie Golem gerade berichtet, war ein US-Blizzard-Mitarbeiter so leichtsinnig und veröffentlichte seinen realen Namen im Forum, um zu zeigen, wie harmlos das ist. Binnen kürzester Zeit hatten Spieler dann alles zusammen getragen, was im Internet über ihn zu finden war, inkl. Lebenslauf, Wohnsituation, Schule der Kinder etc.
Das scheint allerdings ein Eigentor des Mitarbeiters gewesen zu sein, der mittlerweile sogar seinen Twitter-Account gelöscht hat.
Es verspricht, interessant zu werden
Nach dem Aufspielen eines Patches hatten wiederholt zahlreiche Spieler verschiedenster Server zur gleichen Zeit einen Disconnect. Obwohl die Spieler verschiedenste Internetzugangsanbieter hatten und teilweise sogar aus verschiedenen deutschsprachigen EU-Ländern hatten, bekam man von den Gamemastern nur ein Standardmakro mit dem Hinweis, man solle doch mal die Internetverbindung testen, die Schuld würde beim Spieler bzw. seinem Provider liegen.
Und so wurde bei nahezu jedem Fehler im Spiel verfahren: Schuld war zunächst immer der Spieler, eigene Fehler wurden in der Regel erst zugegeben, wenn der Unmut in den Foren zu laut wurde.
Und dann war da noch das nette Spionagetool "Warden", welches von Blizzard in WoW eingesetzt wird, um den Rechner nach verdächtigen Programmen (Cheatprogramme, Botprogamme) abzusuchen. Aus diesem Grund lief WoW bei mir auch nur auf einem gesonderten Spielerechner.
Das Fass zum Überlaufen brachte allerdings jetzt die Einführung der sogenannten "Real-ID", bei der man Ingame-Freunden seinen Accountnamen*(!) geben konnte und diese dann nicht nur sämtliche Spielfiguren des anderen Spielers, sondern auch seinen vollen realen Namen und die seiner Freunde, die ihm ebenfalls den Accountnamen* gegeben haben, sehen könnte. Das war mir dann etwas zu viel an Datenschleuderei. Daran konnte auch Blizzards hartnäckige Beteuerung nichts ändern, die Nutzung des Real-ID sei ja freiwillig und man müsse sie ja nicht freischalten.
Aufgrund verschiedener Versprechungen des Unternehmens in der Vergangenheit, die alle gekippt wurden, ahnte ich allerdings bereits, dass dieser Umstand mit Sicherheit nicht so bleiben würde und dass mit der Real-ID mit Sicherheit noch etwas angestellt würde.
Aus diesem Grund deaktivierte ich auch meinen Account.
Man könnte es Intuition nennen, oder einfach nur logische Kombination, aber jetzt ist die Katze aus dem Sack und Blizzard kündigt an, jetzt die realen Namen (Vor- und Zuname) in den Blizzard eigenen Foren anzeigen zu lassen. Eine Option, das zu unterbinden gibt es nicht, es sei denn, man postet dort einfach nicht mehr. Wer allerdings die Foren nicht nutzen will, verzichtet auch auf den Support, denn der läuft zu 90% - wie sollte es anders sein - über die Foren ab.
Die Reaktionen auf die Ankündigung im entsprechenden Blizzard-Forum sind entsprechend heftig und ungewohnt zahlreich. Von gestern bis zum Zeitpunkt dieses Beitrags umfasst der Thread 282 Seiten (bei 20 Posts pro Seite!). Dabei lehnt der Großteil der Poster die Datenschleuderei über das Forum ab.
Blizzard-Mitarbeiter geben zwar innerhalb des Threads von Zeit zu Zeit einen Beitrag ab, diese Beiträge gehen allerdings nicht auf die größten Befürchtungen der Spieler ein (z.B. Personalchefs, die Suchmaschinen nutzen etc.), sondern bekräftigen nur, dass die Mitarbeiter von Blizzard ja alle so begeistert von dem System wären und voll dahinter ständen.
Letztlich wird allerdings der Aufschrei der Spieler verhallen. Einige vernünftige werden ihr Vorhaben durchziehen und den Account deaktivieren. Der Großteil jedoch wird wahrscheinlich wieder alles in Kauf nehmen, worauf Blizzard auch mit Sicherheit spekuliert.
Ich werde diese Sache jedenfalls aufmerksam verfolgen und von Zeit zu Zeit darüber berichten.
*Bezüglich des Accountnamens:
Blizzard verweist seit Jahren in Tooltipps und Ladebildschirmtexten darauf, dass man aus Sicherheitsgründen NIEMALS Accountnamen oder Passwort preisgeben soll. Das Witzige dabei: Dieser Tipp erscheint noch immer an zahlreichen Stellen im Spiel.
Nachtrag:
Wie Golem gerade berichtet, war ein US-Blizzard-Mitarbeiter so leichtsinnig und veröffentlichte seinen realen Namen im Forum, um zu zeigen, wie harmlos das ist. Binnen kürzester Zeit hatten Spieler dann alles zusammen getragen, was im Internet über ihn zu finden war, inkl. Lebenslauf, Wohnsituation, Schule der Kinder etc.
Das scheint allerdings ein Eigentor des Mitarbeiters gewesen zu sein, der mittlerweile sogar seinen Twitter-Account gelöscht hat.
Es verspricht, interessant zu werden





Quelle: TechBanger.de / Itam GmbHEs steht außer Frage, dass Blizzard mit dem Spiel World of Warcraft einen absoluten Volltreffer gelandet hat. Schließlich zählt WoW zu den erfolgreichsten Games aller Zeiten – und das nicht nur bei den Spielerzahlen, so...
Aufgenommen: Jul 08, 11:52